Pullman City, 2006
         21.- 23. September 2006
         (Bericht: Harry Schramm, Passau, für die PullmanCity News)

 

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In einer Zeit, in der die Elektronik in der Musikbranche ihren festen Stammplatz hat und in der viele Musiker im Halbplayback auftreten, ja teilweise ihr komplettes Musikprogramm darauf aufbauen, schlägt jedem Musikfan und Enthusiasten das Herz höher, wenn Interpreten wie Heinz Flueckiger und die „Easy Skiffle Group“ auf die Bühne gehen, um uns zu zeigen, wie schön Live-Musik sein kann.
Ein Wochenende in Pullman-City stand unter dem Motto „Rendezvous der Trapper und Indianer“, eine Besonderheit, die sich auch in der Musik widerspiegelte. Die traditionelle Country-Music hatte den Vorrang und gipfelte am Freitag in einer außergewöhnlichen Musikrichtung. Annie Paraquin, zuständig für die Musik in Pullman-City, bewiesFan-Club wieder einmal ihr „Feeling“ für die passenden Bands zur richtigen Zeit.
Aus der Schweiz kamen ein vollbesetzter Bus mit Musikern, begleitet von einem unschlagbaren Fanclub und dem Gewinner des Music-Award 2004 der Solisten, Heinz Flueckiger nach Pullman-City, um in der lebenden Westernstadt Country-Music vom Feinsten zu präsentieren. Dass dieser Interpret in der Schweiz mit „The Voice“ bezeichnet wird, stellte er am Donnerstag bei einem Soloauftritt und am Freitag mit seiner Skiffle Group eindrucksvoll zu wunderschönen Balladen und den „Songs von gestern und heute“ unter Beweis.
Skiffle-Music entstand zu einer Zeit, als Radio und TV noch unbekannt waren, als sich die Familien abends nach getaner Arbeit zusammensetzten um gemeinsam zu musizieren. Instrumente, wie Gitarre und Mundharmonika bildeten die Basis dieser Musik und alles was in Mutters Küche einen Klang hatte, (Not macht bekanntlich erfinderisch) wurde dazu verwendet, den Liedern den nötigen Background zu geben. So finden sich zu Instrumenten umfunktionierte Küchenutensilien wie Waschbrett, Schneebesen, Löffel u.s.w. auch heute noch in solchen Bands wieder.
Harald Schramm mit Frau und ClaudiaZuerst einmal der Reihe nach: Donnerstag 19.00 Uhr und ich freute mich auf ein Wiedersehen mit all den sympathischen Schweizern. Heinz Flueckiger startete seinen musikalischen Abend und schon bald war der Saloon voll besetzt. Einen kräftigen Streifen abgebissen haben an diesem Abend auch große Gruppe Westernfreunde im Faschingsdiensttags-Outfit: - sie feierten den Geburtstag von ihrem Kumpel Christopher Vogt, dem, von Heinz auf die Bühne gebeten, mit einem Geburtstagsständchen in englisch und deutsch von allen Gästen und von Heinz in italienischer Sprache gesungen, zu seinem Ehrentag gratuliert wurde. Christopher wird diesen Abend so schnell nicht vergessen, denn Heinz bat auch alle im Saloon befindlichen Lady`s sich mit einem „Bussi“ der Gratulation anzuschließen. Ein enormer Andrang - die Lady`s ließen sich nicht zweimal bitten.
Heinz Flueckiger präsentierte sein Können an der Gitarre mit fein ausgewählten Balladen und niveauvollen Songs aus Country and West und bei so manchem Lied konnte die Easy Skiffle Group nicht ruhig auf ihren Stühlen sitzen bleiben. Immer wieder kam es zu einer spontanen Session mit einer weiteren Gitarre und der Mundharmonika. Auch der an diesem Abend anwesende Albin Häring von der Gruppe „Key West“, griff immer wieder zu seinem Bass. Nach Zugaben und einem wunderschön gesungenen „Amazing Grace“ ging ein Abend aus der Kategorie „Pullman-City’s Best Off“ zu Ende.

DancehallAm Freitagabend, der Soundcheck mit der Regie; und Georg Brester hatte wie gewohnt alles im Griff. Eine leichte Nervosität machte sich unter dem Musikern breit: zum ersten mal ein Auftritt in dieser Music-Hall. Als die Interpreten und ihre Instrumente vorgestellt wurden, dachte von ihnen keiner mehr daran: „geht alles gut“?  Schon in den ersten Liedern entfaltete sich das ganze Können und die Souveränität dieser Formation und verschmolz zu einer Einheit. Dazu trug auch die wunderschöne Stimme von Claudia Flueckiger bei, die mit verschiedenen Rhythmusinstrumenten arbeitete, genau wie ihre Partnerin „Sigi“, die mit Instrumenten wie das Tambourin, die Rätsche, das Holzrecco, dem Metallrecco, das Schugallio und Djambo, dem Waschbrett und dem „Regenmacher“ für den richtigen Background sorgte. Haben Sie schon einmal gehört, wie rhythmisch eine aufgeblasene Plastiktüte werden kann?
Mit Franz, seinen Mundharmonikas und seinem Engagement auch an den Rhythmusinstrumenten ist ein weiterer „Könner“ bei dieser Band. Das gleiche gilt auch für den Peter, der am Akkordeon und an der Gitarre zu finden ist.
Nicht zu übersehen - der Ralph: er spielt in dieser Band wohl das kurioseste Instrument, den Bass, aber was für einen Bass: ganz unten als Resonanzkörper ein Waschzuber aus vergangenen Tagen mit einem Tonabnehmer versehen, damit man auch laut hört, was da an Tönen rauskommt, darauf ein echter Schrubber, die Bürste schon leicht in Mitleidenschaft gezogen, aber immer noch diensttauglich und das ganze verspannt mit einer echten Wäscheleine, die von Fall zu Fall wegen Abnutzung erneuert werden muss. Das Funktionsprinzip: Je stärker die Wäscheleine mit dem Schrubber gespannt wird, desto höher die Töne. Sein Enthusiasmus und sein Können an diesem Instrument sind, wie seine Person selbst, überwältigend.   
Dancehall_BuehneDer 6. Musiker dieser Crew ist Bandleader Heinz Flueckiger und der spielt einen irren Sound auf seiner Gitarre, mit der er eine Menge anfangen kann, er besitzt eine sehr gute Stimme und er versteht es auf Grund seiner langjährigen Erfahrung ausgezeichnet, den richtigen Song zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen.
Fast für jedes Lied, das dargeboten wurde, präsentierte die Band immer wieder eine neue Kreation der Instrumente und auch ein steter Wechsel derselben innerhalb der Band war zu beobachten. Die Lieder waren mit viel Gefühl für die Belange der Band ausgesucht und so mancher „Oldie“ veranlasste die Zuhörer einfach mitzusingen. Die Sets erhielten durch die Vielfalt der eingesetzten Instrumente jenen Flair, der typisch für die Skiffle Musik ist.
Wenn Musik in einer solchen Qualität präsentiert wird, dann sind auch andere Musiker zu einer spontanen Session bereit: So fanden sich an diesem Abend auf der Bühne: Ursula Thumann (Key West), Albin Häring (Key West) und auch Andy von den Greyhond-Doctors  mit dem Song „Knocking On Heavens Door“. Sie alle zusammen sorgten für eine Wiederbelebung der traditionellen Country-Music.
Das Fazit: ein gelungener Abend, eine gute Stimmung in Verbindung mit einem mal  „ganz anderen Sound“ und das Feedback zur Leistung der „Easy Skiffle Group“ war bereits am Auftrittsabend durchwegs sehr positiv, ein Trend, der sich auch am Samstag und Sonntag fortsetzte. Es wäre wünschenswert, diese sympathischen Musiker zu gegebenem Anlass wieder nach Pullmancity einzuladen. Heinz Flueckiger hat mit seiner Crew einen sehr guten Eindruck hinterlassen und ich glaube, sie haben an diesen Abenden noch viele weitere Fans hinzugewonnen.
Die Skiffle Group konzentriert sich nun zu Hause auf die anstehenden Adventskirchenkonzerte, die sich in Schweiz zunehmender Beliebtheit erfreuen. Vielleicht begegnen wir Heinz Flueckiger auch einmal mit seiner neuen Country-Band, der tanzt ja bekanntlich neben seinem Job auf drei Hochzeiten, Skiffle-Band, Country-Band und rein akustisch auch als Solokünstler.
Wir wünschen „unseren Schweizern“ weiterhin von Herzen alles Gute.

 

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